Sarah Schwarz
15. April 2017 | Titelseite

Abschied von Ennepetal: Leo-Theater blickt nach Schwelm

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Ennepetal. (saz/Red.) „Den Schnurrbart müssen Sie mir verzeihen“, schmunzelt Marc Neumeister. Der gehöre nun einmal zum „Ekel Alfred“ dazu. Und den spielt der Künstlerische Leiter des Leo-Theaters am Freitag, 28. April, um 20 Uhr bei der letzten Premiere in der bald ehemaligen Spielstätte im Haus Ennepetal. Der allerletzte Vorhang fällt dann schließlich nach vier Jahren in der Klutertstadt am 30. April um 19 Uhr nach einer letzten Aufführung von „Aufguss“. Darauf folgt nahezu nahtlos der Theater-Umzug ins Schwelmer Ibach-Haus.

Große Freude, hohe Erwartungen
Nach 516 Aufführungen, die von über 30.000 Zuschauern besucht wurden, ist Schluss im Haus Ennepetal. Natürlich stimmt das auch wehmütig, bleibt doch so manch eine schöne Erinnerung zurück. Doch trotzdem blicken Marc Neumeister und Andreas Winkelsträter, die das Leo-Theater in Zukunft gemeinsam als gleichberechtigtes Team leiten werden, gespannt auf ihre neue Aufgabe im Ibach-Haus. „Schwelm ist kulturell sehr vielfältig“, sagt Winkelsträter über seine Heimatstadt. „Dementsprechend hoch sind natürlich auch die Erwartungen an uns. Aber wir haben in den letzten vier Jahren viele Erfahrungen gesammelt und können die nun in Schwelm nutzen.“
Und die Vorfreude in der Kreisstadt auf das neue Theater ist schon groß, wie Marc Neumeister kürzlich auf dem Feierabendmarkt beim Verteilen von Flyern für das Gastspiel „Aufguss“ zu Ostern feststellen konnte: „Viele hatten schon von uns gehört und haben total warm und herzlich reagiert. Teilweise haben sie vor Ort direkt per Handy bereits ­Tickets gebucht. Die Resonanz ist jetzt schon sehr groß.“
Heimkommen
Die große Überschrift für Schwelm drückt ein Sprichwort aus dem Gabun aus: „Gast sein ist gut. Heimkommen ist besser.“ Man habe es nie so richtig geschafft, Teil der Stadtgesellschaft in Ennepetal zu werden. Auch nicht nach vier Jahren in einem der zentralen Anlaufpunkte mitten in Milspe. Aber Ankommen sei nun das Ziel. Mit dem Ibach-Haus wurde eine Spielstätte gefunden, in der man sich bestimmt schnell zu Hause fühlen werde, ist Neumeister sicher.
„Leo-Theater und Ibach-Haus formen eine Symbiose aus einem facettenreichen, kulturellen Engagement und einem traditionsreichen Standort“, blickt auch Winkelsträter optimistisch in die Zukunft. Er ist sich sicher, dass das Leo mit Theater, Konzerten, Festen und Feiern den Gästen eine Mischung bietet, mit der sich diese im allerbesten Sinne heimisch fühlen können.
Bis jedoch die erste reguläre Inszenierung im Ibach-Haus als neuer Heimat des Leo-Theaters über die Bühne gehen kann, ist noch viel zu tun.
Letzte Premiere
Nach und hat das Leo-Team bereits viele Requisiten und Kostüme nach Schwelm geschafft. „Der restliche Auszug ist für den 1. Mai geplant“, erklärt Winkelsträter. Das Wochenende davor hat es allerdings noch einmal in sich. Mit „Ein Herz und eine Seele“ steht am Freitag, 28. April, um 20 Uhr die allerletzte Premiere in der Klutertstadt an. Am Samstag, 29. April, wird dann um 20 Uhr die zweite Vorstellung mit den Episoden „Der Sittenstrolch“ und „Der Silvesterpunsch“ gespielt.
Den Sonntag heißt es dann um 11 Uhr, Abschied zu nehmen vom Team des Hauses Ennepetal. Dafür lädt das Leo-Theater alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Frühstücksvorstellung ein. Zum vorläufig letzten Mal hebt sich der Vorhang an der Ennepe am 30. April um 19 Uhr. Das Stück „Aufguss“ bringt die Akteure auf der Bühne in den flauschigen Bademänteln noch einmal mächtig ins Schwitzen.
Nahtlos geht es dann weiter: Bereits am Mittwoch, 3. Mai, soll um 11 Uhr der Vorverkauf für die Termine Juli bis Oktober sowie der Verkauf von Gutscheinen oder auch Abos in Schwelm beginnen. Dafür ist eine Vorverkaufsstelle im Herzen der Schwelmer City geplant. Wichtig: Trotz des Umzugs sind das Leo-Theater und die Vorverkaufsstelle weiterhin unter der alten Telefonnummer 02333 / 8697755 zu erreichen.
Planung für Schwelm
Insgesamt sieben Premieren präsentiert das Leo seinem Publikum in Schwelm in der Saison 2017/2018. Derzeit laufen noch Gespräche über Rechte mit den Verlagen. Geplant sind Stücke wie „Das perfekte Desaster-Dinner“, „Macho Man“, „Diskretion Ehrensache“ sowie „Männerabend“. Die sieben Stücke werden den Abonnenten bei einem ersten Termin im Ibach-Haus am Samstag, 6. Mai, um 11 Uhr vorgestellt.
Dabei handelt es sich um eine der letzten Veranstaltungen vor dem großen Umbau. Dieser beginnt am Montag, 8. Mai, und hat es in sich. Eine mächtige, tragende Wand wird eingerissen, der Fußboden erneuert und die Fenster ausgetauscht. „Das ist zum Glück alles durch das große Engagement unseres Vermieters Dr. Hans-Joachim Vits möglich. Wir alleine könnten das gar nicht stemmen“, erklärt Winkelsträter.
Eröffnung
Die offizielle Eröffnung mit geladenen Gästen ist für den 7. Juli um 19.30 Uhr geplant. Einen Tag später ab 12 Uhr soll dann mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert werden. Es gibt Einblicke in die einzelnen Produktionen und Informationen über die Abonnements sowie einen kurzen Ausschnitt aus „Thrill Me“, einem Zwei-Personen-Musical, das Robin Schmale und Denny Pflanz auf die Bühne bringen. Die Brasilianerin Rosani Reis, die im Rahmen der Weltmusik-Reihe im Leo-Theater auftritt, wird außerdem eine Kostprobe ihres Könnens geben.
Neuer Name
Künftig wird das Theater „Leo-Theater im Ibach-Haus“ heißen. „Es ist ein Neustart in Schwelm mit einem neuen Namen, einer eingespielten Mannschaft auf und hinter der Bühne und vielen kreativen Ideen“, blickt Winkelsträter nach vorne. Er wird künftig Inhaber und Geschäftsführer des Leo in Schwelm sein. „Wir werden das Leo als gleichberechtigtes Team gemeinsam leiten, Marc Neumeister als Künstlerischer Leiter und ich.“ Der Grundstein für die Ausgestaltung eines breitgefächerten Angebots in Schwelm sei damit gelegt.
Ennepetal weiter verbunden
So ganz verlässt das Leo-Theater Ennepetal aber nicht. Dieses Versprechen hat die Theaterleitung Bürgermeisterin Imke Heymann nach der erfolgreichen Sportlerehrung im Haus Ennepetal gegeben hat. „Wir freuen uns riesig auf unsere neue Spielstätte im Schwelmer Ibach-Haus, kommen aber gerne zu Gastspielen ins Haus Ennepetal zurück“, erklärt Marc Neumeister. „Denn bei all der Vorfreude auf Schwelm ist bei unserem Abschied auch ein Stück Wehmut dabei.“



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