Sarah Schwarz
11. März 2017 | Titelseite

Drei auf einen Streich: Übergangslösung am Sprottauer Platz in Gevelsberg

Bilder
Pünktlich zum Gevelsberger Frühling soll das Schiefergebäude am Sprottauer Platz in Gevelsberg übergangsweise drei neue Mieter beherbergen. Mitte der vergangenen Woche stellte der Pro-City-Vorstand und die neuen Mieter das Konzept für das nächste halbe Jahr vor. (Foto: Sarah Schwarz)

Pünktlich zum Gevelsberger Frühling soll das Schiefergebäude am Sprottauer Platz in Gevelsberg übergangsweise drei neue Mieter beherbergen. Mitte der vergangenen Woche stellte der Pro-City-Vorstand und die neuen Mieter das Konzept für das nächste halbe Jahr vor. (Foto: Sarah Schwarz)

Gevelsberg. (saz) Noch steht er, der Schieferbau am ­Sprottauer Platz in Gevelsberg. Doch bereits Ende des Jahres soll er abgerissen werden, um einem Wohn- und Geschäftshaus zu weichen. Damit bis dahin leere Schaufenster vermieden werden, haben sich Bauherr Wieland Rahn und die Werbegemeinschaft Pro City darauf geeinigt, die drei vorhandenen Ladenlokale übergangsweise zu besetzen.

„Wir möchten Gevelsbergern und Gästen schöne Schaufenster bieten und langmonatigen Leerstand vermeiden“, erklärt Susanne Schumacher, die erste Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Deswegen wurden bereits im Februar Gespräche mit Wieland Rahn geführt, um eine passende Übergangslösung für den prominenten Platz in der Gevelsberger City zu finden.
Beratung
Rahn selbst nimmt dabei das linke Ladenlokal ein. Dort entsteht gemeinsam mit der Sparkasse ein Beratungsbüro für das Gemeinschaftsprojekt „Vivaldi-Park – Neue Mitte Gevelsberg“. Der Gebäudekomplex mit 19 Eigentumswohnungen soll, wenn alles nach Plan läuft, bereits ab Mai auf dem Grundstück hinter dem Schiefergebäude an der Mittelstraße entstehen. Das Beratungsbüro wird am 24. März erstmalig zur Sonderberatung öffnen.
Künstlerisches
Rechts, wo früher der Kleiderladen des Kinderschutzbundes heimisch war, wird Birgitt Rocholl aus Radevormwald mit „Rocholls Wundertüte – Manufaktur der schönen Dinge“ in den kommenden Monaten eine Mischung aus Schmuck und Kunsthandwerk anbieten. Montag bekam sie den Schlüssel, am Mittwoch war bereits frisch gestrichen und die ersten Waren standen im Laden. Bunt und kunstvoll soll das Geschäft werden und mit besonderen Angeboten locken. Einen ersten Probelauf nimmt Rocholl am Samstag, 11. März, vor.
Für die Zukunft plant die Inhaberin, an jedem ersten Wochenende zugunsten des Kinderschutzbundes Waffeln zu backen. Dieser ist bereits in der vergangenen Woche in den ehemals rechten Teil der Buchhandlung Appelt an der Mittelstraße 76 umgezogen.
Modisches
Die größte – vor allem bauliche – Veränderung fand wohl im mittleren Lokal statt, in dem bis vor etwas über einem Jahr noch die Metzgerei Hess angesiedelt war. Die ehemalige Auslagen-Theke war Mitte der Woche verschwunden, die Wände bereits mit Kleiderstangen bestückt. An diesen soll zukünftig in der Boutique „Casa C. Fashion“ exklu­sive Damenmode statt Fleisch ­hängen.
Die Inhaberin Kornelia Klug, die mit diesem Konzept schon auf Zeit in dem nun abgerissenen Haus an der Ecke Mittelstraße/Nordstraße vertreten war, setzt hierbei auf Einzelstücke, nicht auf Massenware. Pünktlich zum Gevelsberger Frühling am Sonntag, 12. März, möchte Krug ihre Boutique eröffnen.
Individualisten in Gevelsberg
Beide Damen sehen diese vorübergehende Lösung als eine Art Testlauf. Wenn das Geschäft brummt, können sie sich vorstellen, auch weiterhin in der Engelbertstadt vertreten zu sein. Die Geschäftsfrauen haben sich deshalb auch Gedanken über ihre Produktpallette gemacht und sich zuvor angeschaut, was es in der Gevelsberger City gibt und was nicht. So wollen sie keine Überschneidungen sondern vielmehr Ergänzungen zum bestehenden breiten Angebot inhabergeführter Läden in der Innenstadt bieten.
Das freut auch die Werbegemeinschaft Pro City, die von dem Individualismus der Gevelsberger Geschäfte überzeugt ist. „Hier sucht sich jeder seine Nische und keiner kupfert bei dem anderen ab“, betont Citymanager Frank Manfrahs. „Wir sind ein Standort der Spezialisten.“ Gerade das mache Gevelsbergs City aus.
Zukunft am Sprottauer Platz
Die Mietverträge laufen bis zum 30. September. Dann soll das Schieferhaus einem neuen Gebäudekomplex mit elf Mietwohnungen weichen. Der Bereich im Erdgeschoss wird dann als Gewerbefläche dienen. Hier stellt sich Bauherr Wieland Rahn einen Gastronomie-Betrieb mit überdachtem Außenbereich vor. Damit soll die Aufenthaltsqualität entlang der Mittelstraße weiter aufgewertet werden.
Bis es soweit ist, wird mit der Zwischenvermietung die Leerstandsquote in der Stadt reduziert. Von vormals fünfzehn Leerständen (6,64 Prozent) Anfang des Jahres in Gevelsberg sind nun noch acht (3,54 Prozent) übrig. In diesem Zusammenhang weist Pro City auch auf das sogenannte „Branchenmanagement“ hin. Dabei hilft der Verein bei der Suche nach passenden Mietern oder der kreativen und qualitativen Darstellung von Ladenlokalen im Falle einer Leerstandssituation. Dass das gut klappen kann, zeigt jetzt das Projekt am Sprottauer Platz.


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