Heiko Cordes
17. Mai 2017 | Lokalsport

„Hagener DNA“ soll die Phoenix-Zukunft sein

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Hagen. (cs/hc) Seit der vergangenen Woche haben Verantwortliche und Fans Gewissheit: Phoenix Hagen wird definitiv den sportlichen Neuanfang in der 2. Bundesliga/ProA starten.

Nachdem Geschäftsführer Patrick Seidel in den vergangenen Wochen und Monaten eher als „Feuerwehrmann“ gebraucht wurde, um für Phoenix den totalen Kollaps abzuwenden, kommt er nun dazu, die Zukunft des Clubs zu gestalten.
Eine grundlegende Maxime soll sein, dem Hagener Neuanfang ein sportliches Gesicht zu geben. Das ist zum einen der neue Cheftrainer Matthias Grothe, der als absoluter Publikumsliebling auf dem Parkett gefeiert wurde und nun an der Seitenlinie den Aufbau einer jungen, hauptsächlich deutschen Mannschaft mit „Hagener DNA“ angehen soll. Zum anderen sind dies aber auch Spieler, die bereits für Hagen gespielt haben oder sich sogar als echte Hagener Jungs bezeichnen können.
So sollen auf die Verpflichtung des Hageners Dominik Spohr in naher Zukunft weitere folgen. In diesem Zusammenhang fallen die Namen Jonas Grof und Malte Schwarz. Mit beiden Spielern ist man, laut Aussage von Seidel, in den Verhandlungen „weit fortgeschritten“. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen, gerade für Grof bieten sich konkret noch zwei Möglichkeiten in der kommenden Saison erstklassig zu spielen.
Doch die sportliche Perspektive, die zu erwartende Einsatzzeit und die Förderung durch Grothe, der auch schon in Iserlohn sein Trainer war, könnten am Ende den Ausschlag zu Gunsten der Feuervögel geben.
Drei US-Boys für Phoenix
Neben den deutschen Akteuren ist derzeit geplant, drei Ausländer zu verpflichten, bei Verletzungen oder Ausfällen eventuell auch noch einen Vierten. „Es würde keinen Sinn ergeben, jetzt mit sieben Amerikanern zu spielen. Das würde nicht ins Konzept passen“, sagt Seidel. Eine Auswirkung auf die Transferpolitik haben auch die Auflagen der Liga, die an den Lizenzerhalt gekoppelt wurden. Sollte Phoenix, nachdem es den geplanten Spieleretat bereits ausgeschöpft hat, noch einmal personell nachlegen wollen, dann muss die Liga darüber in Kenntnis gesetzt werden. Das bedeutet, dass dort etwas Flexibilität verloren geht, andererseits akzeptiert Seidel selbstverständlich jede Auflage, damit der Traditionsstandort Hagen nicht gefährdet wird.
„Co“ noch nicht fest
Wer neben Grothe auf der Trainerbank sitzt, ist derzeit ebenfalls noch nicht ganz klar. Kandidaten gibt es, doch es ist noch nichts „abschließend spruchreif“. Sicher ist allerdings, dass es nicht Alex Nolte wird. Der wird nämlich ausschließlich als Phoenix-Jugenkoordinator und Trainer der NBBL-Mannschaft eingesetzt werden können. „Laut den Liga-Statuten darf es keine personelle Überschneidungen zwischen Jugenkoordinator und Profi-Mannschaft geben. Daher fällt diese Option weg“, erklärt Seidel.
Tickets
Ab dem 1. Juli soll der Kartenvorverkauf für die kommende Spielzeit beginnen. „Allen Dauerkartenbesitzern wird natürlich die Möglichkeit eingeräumt ‚ihren‘ Platz wieder zu bekommen“, erklärt der Geschäftsführer. Es wird vielleicht auch eine Reservierungsphase noch vor dem 1. Juli geben, das entscheidet sich je nach dem Ticketanbieter. Seidel betont allerdings, dass alles, was an Einnahmen durch die Tickets generiert wird, nicht für die Sanierung, sondern für die neue Saison genutzt wird. „Die Leute sollen nicht das Gefühl haben, für etwas aus der Vergangenheit zu bezahlen.“
Sponsorengelder
Bis Ende Juni muss der Verein zudem 80 Prozent der bereits vereinbarten Sponsorengel­der fixiert haben, um diese bei der Liga vorweisen zu können. „Da fehlen uns aktuell noch etwa zwei bis drei Abschlüsse“, so Patrick Seidel.
Hallenboden
Ebenso befindet sich die Finanzierung des neuen Hallenbodens noch nicht in ganz sicherem Fahrwasser. Aktuell liegt ein Beschlussvorschlag der Stadt Hagen vor, der eine Mitfinanzierung von 30.000 der benötigten 75.000 Euro aus der Stadtkasse vorsieht. Nach geltenden Richtlinen der Stadt Hagen ist die Summe von 30.00 Euro bereits der Höchstsatz für eine Einzelmaßnahme bei Investitionen in eine vereinseigene Sportanlage.
Seidel sichert zu, dass der Restbetrag aus den Geldern des Vereins zu stemmen ist, jedoch müsse man ggf. an anderer Stelle Geld einsparen. Nicht über die verfügbaren Mittel hinaus zu wirtschaften und dies möglichst transparent zu gestalten, soll auch weiterhin Leitsatz für die Saison- und Kaderplanung der Feuervögel sein.
Geschäftsstelle
Um dem Arbeitsaufwand auch langfristig gerecht werden zu können, verstärkt sich Seidel, nach der Personalie Bernd Kruel für den Sponsorenbereich, schon bald mit zwei neuen Mitarbeitern. „Es wird eine Stelle geben, die sich zwei Personen teilen“, erklärt er, „zum einen wird sich jemand um administrative Dinge kümmern, zum anderen wird eine Person für die Hallen- und Spieltagsorganisation zuständig sein.“
Und auch in der kommenden Saison wird „Herz und Seele des Vereins“, Annedore Lindenbach, nicht nur die Tickets an der Abendkasse verkaufen, sondern den Herren in der Geschäftsstelle unter die Arme greifen.


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