Lara Zeitel
20. April 2017 | Titelseite

Kleinwüchsig, aber oho - Doro bittet um Toleranz

Bilder
Die 23-jährige Doro ist nur 75 Zentimeter lang. Sie selbst kommt mit ihrem Kleinwuchs gut zurecht, wären da nicht die vielen anderen Menschen, die sich über sie lustig machen. (Foto: Anna Linne)

Die 23-jährige Doro ist nur 75 Zentimeter lang. Sie selbst kommt mit ihrem Kleinwuchs gut zurecht, wären da nicht die vielen anderen Menschen, die sich über sie lustig machen. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Das Schicksal hat es nicht immer gut gemeint mit der 23-jährigen Doro aus Wehringhausen, doch sie hat sich inzwischen mit ihrer Behinderung arrangiert. Denn Doro ist kleinwüchsig, sie misst gerademal 75 Zentimeter und ihre Stimme klingt wie die eines Kindes.
Kleinwüchsigkeit oder Mikrosomie ist eine Bezeichnung für ein nicht der Norm entsprechendes, geringeres Körperlängenwachstum, das durch eine Vielzahl von angeborenen oder erworbenen Wachstumsstörungen hervorgerufen werden kann. Welche Ursache Doros Kleinwuchs hat, weiß keiner.
Gebürtig stammt Doro aus Äthiopien. Ihre Eltern waren normal groß, ebenso ihre Geschwister. Durch ihren deutschen Vater kam sie hierher, lebte später im Heim und ist jetzt auf sich allein gestellt.
Seit 2012 besitzt sie eine eigene Wohnung in Wehringhausen. Betreut wird sie vom Fachdienst „Unterstütztes Wohnen“ der Evangelischen Stiftung Volmarstein.
Echter „Hingucker“
Für viele Menschen ist die kleine Doro in ihrem höhenverstellbaren Rollstuhl ein echter „Hingucker“. So wird das Einkaufen für die Kleinwüchsige oft zum Spießrutenlaufen: „Manchmal verfolgen mich Leute bis ins Geschäft, sie machen Fotos von mir und drehen Videos“, berichtet Doro, „wenn ich über die Ampel gehe, zücken die Autofahrer ihre Handys und halten auf mich drauf. Das ist schon sehr beschämend.“
Distanzlos
Manche Menschen halten Doro für ein Kind und behandeln sie auch so. Sie belästigen und verfolgen sie und kichern hinter ihrem Rücken. Manche halten sie für geistig behindert und sprechen unangenehm über sie. Immer muss sie sich wehren, immer wieder klarstellen, wer sie ist.
„Ich kann doch nichts für meine Kleinwüchsigkeit und meine Kinderstimme“, beteuert Doro, „warum können mich andere Menschen nicht mit Respekt behandeln?“ Die Distanzlosigkeit mancher Menschen macht Doro fassungslos. Sie möchte einfach ein normales Leben führen, denn die Hindernisse im Alltag wiegen schon schwer genug.
Trösten kann sie sich nur mit wenigen Freunden, die sie verstehen und akzeptieren. Doro bittet alle Mitmenschen um Nachsicht und Toleranz. Sie möchte nicht bemitleidet werden, sie möchte sich nur einfach normal draußen bewegen dürfen – ohne Sticheleien, blöde Bemerkungen und ohne fiese Handyfotos.



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