Lara Zeitel
08. August 2017 | Titelseite

Fernuni neu erleben: Multitasking im Selbsttest

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Prof. Dr. Robert Gaschler vom Institut für Psychologie führte mit WK-Volontärin Lara Zeitel den Test zum Forschungsprojekt „Multitasking“ durch. Die Fernuni sucht weiterhin Freiwillige, die mitmachen wollen. (Fotos: Christina Schröer)

Prof. Dr. Robert Gaschler vom Institut für Psychologie führte mit WK-Volontärin Lara Zeitel den Test zum Forschungsprojekt „Multitasking“ durch. Die Fernuni sucht weiterhin Freiwillige, die mitmachen wollen. (Fotos: Christina Schröer)

Hagen. (lz) Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit scheint es ebenso einfach wie selbstverständlich zu sein: Die Ampel springt auf Grün, der linke Fuß löst sich von der Kupplung, der rechte drückt das Gas durch, gleichzeitig hat die rechte Hand schon den Schaltknüppel betätigt und die linke setzt zum Lenken an. Alles passiert irgendwie zeitgleich, fast automatisch und doch ist genau das, was im Allgemeinen unter Multitasking zu verstehen ist, so viel komplexer, als es uns oft bewusst ist.
Forschungsprogramm Multitasking
Die Fernuniversität Hagen hat 2015 ein Forschungs­programm mit dem Schwerpunkt ­Multitasking ins Leben gerufen. Zwei oder mehr Dinge gleichzeitig zu tun, fällt uns oft schwer, wenn sie über den erlernten Automatismus hinaus gehen oder diesen ­unterbrechen.
Darüber hinaus stellt sich die Frage: Wie ist es überhaupt möglich, dass wir mehrere Dinge gleichzeitig machen?
Um diese Frage zu beantworten, hat sich das Forschungsteam um Prof. Dr. Robert Gaschler die Aufgabe gestellt, herauszufinden, wie das Gehirn mit Überforderungen umgeht. Das offensichtliche Problem: Wir reagieren langsamer, wenn etwas parallel verläuft.
Hierbei überschneiden sich oft Merkmale, die wir unbewusst kaum wahrnehmen, die sich allerdings nicht voneinander trennen lassen und zu Störfaktoren führen können.
Der Selbstversuch
Bei den Tests des Institutes für Psychologie an der Fernuniversität Hagen wird durch Tastendrücken die Fähigkeit zum Multitasking getestet. Durch die ständige Wiederholung und Länge der Tests wird jeder Teilnehmer nicht nach Schnelligkeit beurteilt, sondern einzig mit sich selbst verglichen.
Bei meinem Selbstversuch in den Laborräumen des Instituts schien die Aufgabe zunächst einfach zu sein, die Umsetzung dagegen gestaltete sich anspruchsvoller als gedacht. Zwei Zahlen, die in der Mitte des Bildschirms abwechselnd erschienen, sollten mit der linken Hand gedrückt werden, während die rechte versuchte, die „X“-Zeichen nach ihrer Richtung (oben, unten, rechts, links) zu ordnen. Eine Aufgabe, die bei insgesamt 864 Durchgängen und sechs Abschnitten Augen und Gehirn zur Höchstform treibt.
Besonders der Störfaktor „falsche Taste gedrückt“, führte immer wieder dazu, dass sich meine Reaktionszeit verlängerte und ich kurz aus dem maschinellen Drücken der Tasten rausgerissen wurde. „Oft speichert das Gehirn gewisse Kombinationen ab, und man will diese wieder drücken“, erklärte mir Prof. Gaschler. Die Daten von insgesamt 36 Personen werden am Ende in eine Tabelle eingelesen und der Mittelwert errechnet.
Mitmachen
Das Forschungsprojekt läuft noch mindestens bis Ende des Jahres. Mitmachen kann jeder – ganz gleich welches Alter. „Besonders interessant sind eben auch größere Altersunterschiede“, sagt Robert Gaschler. „Dabei ist es egal, wie schnell ein Teilnehmer die Tests ausführt.“
Für jedes „Versuchskaninchen“, das selbst gerne an der Studie teilnehmen möchte, gibt es eine Aufwandsentschädigung von 12 Euro. Die Teilnahme dauert je nach Wahl entweder eine oder zwei Stunden. Voraussetzung sind zudem gute Deutschkenntnisse, um die Aufgabenstellungen lesen und verstehen zu können.
Infos zur Anmeldung: http://www.fernuni-hagen.de/psychologie/psychologisches_institut/about_institute/departments/app_lme/an-studien-teilnehmen/


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