Claudia Eckhoff
15. März 2017 | Titelseite

Ex-Koloss Nashville: Hundert Kilo abgespeckt

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Hemer. (clau) Über einhundert Kilo hat Ron Nashville abgenommen. Damit hat sich der 1,86 Meter große Mann mehr als halbiert. Was er mit reiner Willenskraft geschafft hat, gelingt den meisten seiner Leidensgenossen nur mit Hilfe einer operativen Magenverkleinerung und eines Magenbandes. Lange Jahre hat er gebraucht und viele Rückschläge hinnehmen müssen. Den unangenehmen „Herrn Jojo“ kennt er nur zu gut. Zwei Schlaganfälle hat er erlitten. An der Brigitte-Diät, den „Weight Watchers“ und „FdH“ ist er gescheitert. Sein letztendlicher Erfolg schenkt ihm nun ein völlig neues Lebensgefühl und erfüllt ihn mit Stolz.
Aus eigener Kraft
„Es geht auch ohne Magenband. Das will ich den Leuten zeigen“, sagt der Hemeraner. Deshalb hat er ein Buch geschrieben und im Selbstverlag auf eigene Kosten herausgebracht. Er will anderen Mut machen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. „Erst wird gegessen, bis es nicht mehr geht, und dann steigen viele freiwillig auf den OP-Tisch, um es andere richten zu lassen. Aber es geht eben auch anders, aus ganz eigener Kraft“, weiß er aus eigener Erfahrung.
Kein Diät-Ratgeber
Sein Buch ist gerade erschienen und überall, wo es Literatur gibt, auch als E-Book erhältlich. Unter dem Titel „Mein Weg zum Koloss… und wieder zurück ins Leben“ versteht er es als Biografie, nicht als Diät-Ratgeber. Darin schildert er mit viel Humor seinen Weg erst zum Höchstgewicht von 184 Kilogramm und dann den langwierigen, beschwerlichen Kampf zurück in eine seiner Körpergröße angemessene, gesunde Gewichtsklasse.
Mit Freude essen
Ron Nashville ist sein Künstlername, der auch am Klingelschild seiner Wohnung steht. Als Country-Musiker hat der gelernte Restaurantfachmann und Gastronom in seiner Freizeit Auftritte in ganz Deutschland gehabt. „Ich war nicht der einzige Fette auf der Bühne“, sagt Ron Nashville. Dass er einmal mit einem der Wildecker Herzbuben verwechselt wurde, hat ihn tief getroffen.
Essen bedeutet ihm viel, sehr viel. Er kocht gern und isst noch viel lieber. „Ich muss mich auf mein Essen freuen können. Es darf nicht nach Diät aussehen, sonst müsste ich daran verzweifeln“, gesteht er. Deshalb finden sich am Ende seines Buchs auch ein paar seiner Lieblingsrezepte. Er hat für sich ausgetüftelt, wie er genussvoll leben und doch dabei abnehmen oder das Gewicht halten kann. Wie das geht, beschreibt er für seine Leser am Ende des Buches.
Kolossal humorvoll
Schonungslos berichtet er vorher von „Fress-Sucht“, von „Fress-Flashs“ und falschen Essgewohnheiten. Das hatte Folgen: In seinen gewichtigsten Zeiten grätschten unter Ron Nashville in den Eisdielen die Plastikstühle die Beine. Er musste regelmäßig den Fahrersitz seines Autos erneuern und kam nur mit größter Mühe noch aus der Hotelbadewanne heraus. Ärzte und Diätberaterinnen konnten ihm kaum helfen. Er sperrte sich.
Halt, Mut und Kraft gab ihm dagegen immer wieder die Liebe seiner Lebensgefährtin Silvia. Ohne sie an seiner Seite hätte er es nicht geschafft, da ist er sich ganz sicher.


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