Claudia Eckhoff
18. April 2017 | Titelseite

Hundert-Häuser-Mann hat sein Ziel erreicht

Bilder
Lutz Malaschöwski und seine Frau Barbara (re.) haben in Sri Lanka einhundert Wohnhäuser für bedürftige Familien und elf Kindergärten ermöglicht, in denen wiederum 50 Arbeitsplätze entstanden sind. Der 83-jährige Letmather will aber die Hände noch nicht in den Schoß legen.  (Foto: privat)

Lutz Malaschöwski und seine Frau Barbara (re.) haben in Sri Lanka einhundert Wohnhäuser für bedürftige Familien und elf Kindergärten ermöglicht, in denen wiederum 50 Arbeitsplätze entstanden sind. Der 83-jährige Letmather will aber die Hände noch nicht in den Schoß legen. (Foto: privat)

Letmathe/ Iserlohn. (clau). Der Letmather Lutz Malaschöwski hat sein Ziel erreicht. Der 83-Jährige, der in jüngeren Jahren in Polizeidiensten stand, engagiert sich seit 37 Jahren für die Menschen in Matugama im Südwesten Sri Lankas. Bei einer Reise stieß ihn 1980 der schicksalhafte Zufall auf das Elend der Einheimischen nur einen Steinwurf entfernt vom Komfort für Touristen.
Jetzt gerade ist Lutz Malaschöwski wieder aus Sri Lanka zurückgekehrt. Jahr für Jahr verbringt er mit seiner Frau Barbara auf eigene Kosten zehn Wochen dort und sorgt mit Spendengeldern aus Deutschland für den Bau von einfachen Wohnhäusern und Kindergärten.
Ein großes Ziel
„Ich hatte mir vorgenommen, auch noch das einhundertste Haus in Sri Lanka zu bauen – und es ist tatsächlich gelungen“, freut sich der Letmather. Dazu musste er allein im vergangenen Jahr Spenden für noch fehlende vierzehn Häuser auftreiben.
Innerhalb von nur vier Wochen entsteht solch ein einfaches Wohnhaus, das mit einem Doppelbett, einen Zusatzbett, Matratzen, vier Stühlen, einem Tisch und einem Schrank ausgestattet wird.
Einweihungs-Marathon
Während die Malaschöwskis noch in Deutschland waren, wurden vor Ort schon weitere Häuser mithilfe der Mitarbeiter Siri da Silva und Leon Liyanage gebaut. Als das Letmather Paar dann eintraf, begann ein wahrer Haus-Einweihungs-Marathon. „Wir haben jeden Tag zwei Häuser übergeben“, berichtet Lutz Malaschöwski. „Die Menschen sind dankbar, aus ihren unsäglichen Hütten umziehen zu können. Die neuen Häuser sind nach altem Brauch zur Einweihung bunt geschmückt. Es gibt zur Feier des Tages Tee und heimische Früchte.“ Viele der Familien wollten die Malaschöwskis gar nicht mehr gehen lassen. Aber die mussten sich sputen auf ihrer Haus-Eröffnungstour. Langsam ging es so auf die Hundert zu. Nummer 97 erhielt den Namen „Haus ohne Sorgen“ und Nummer 98 heißt nun „Haus Märkischer Kreis“. Die Nummer 99 ist ein ganz besonderer Spenden-Fall: Das „Haus Lennepromenade“ entstand dank vieler Einzelspenden aus der Letmather Bürgerschaft. Der Name drückt ein „Dankeschön“ an die Stadt und die Menschen rund um den Kiliansdom aus.
Zukunft bauen
Bei der Einweihung des „Regenbogen“ als dem elften Kindergarten wurden die Ehrengäste auf den letzten Metern schon von einer Kindermusikkapelle abgeholt und zum Gebäude begleitet. Rund dreihundert Menschen hatten sich dort versammelt, viele Kinder, Eltern und auch Größen aus der Politik.
„Die Bildung beginnt im Kindergarten. Die Kinder sind die Zukunft des Landes“, so Lutz Malaschöwskis Überzeugung.
Die „Hundert“ wird gefeiert
Am darauffolgenden Tag konnte der rastlose Letmather tatsächlich das einhundertste Iserlohn-Haus in Matugama einweihen. Es trägt den Namen „Lutz und Barbara Haus“.
Lutz Malaschöwski war tief bewegt: „Eine Musikgruppe führte uns spielend und singend durch einen Torbogen, der mit vielen Bildern schon gebauter Häuser geschmückt war.“ Die Familie – aber auch zahllose andere Familien, die bereits ihre neuen Häuser bewohnen, empfingen ihn. Die Presse war da. Das Fernsehen zeichnete die Feier auf. Minister Kumara Welgama persönlich überreichte dem Letmather zur Erinnerung eine Schrifttafel.
Wo ein Wille ist
„Es ist somit gelungen, in 37 Jahren rund 600 Menschen zu einem neuen Zuhause zu verhelfen, elf Kindergärten zu schaffen und allein darin 50 Menschen einen Arbeitsplatz zu ermöglichen“, bilanziert Lutz Malawschöwski. „Der Satz ‚Ich kann ja sowieso nichts ändern am Elend‘, den man so oft hört, stimmt eben gar nicht.“
Er jedenfalls will auch weiterhin etwas zum Besseren ändern in der Welt. Wer ihm dabei helfen möchte, erreicht ihn unter Tel. 02374/ 3884.


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