Lara Zeitel
12. August 2017 | Titelseite

Iserlohner von der Außenwelt abgeschnitten

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Meterhoch lagen die Schlamm- und Geröllberge, als es nach zweitägigem Ausharren endlich nach Hause ging. Ein abenteuerliches Ende eines 14-tägigen Urlaubs. (Foto: Henning Keil)

Meterhoch lagen die Schlamm- und Geröllberge, als es nach zweitägigem Ausharren endlich nach Hause ging. Ein abenteuerliches Ende eines 14-tägigen Urlaubs. (Foto: Henning Keil)

Iserlohn/Großarltal. (lz) Ein Unwetter der besonderen Art überraschte rund 20 Iserlohner bei einer Geburtstagsfeier im Salzburger Land. Nach zwei Murenabgängen (Schlamm- und Gerölllawine) sahen sich die Urlauber plötzlich abgeschnitten von der Außenwelt.
„Es hatte die Tage zuvor schon heftig geregnet“, berichtet Zahnarzt Dr. Henning Keil, dessen Abreise sich durch das Unwetter und dessen Folgen unfreiwillig verschob.
„Daumen-große, dicke Tropfen prasselten vom Himmel“, erzählt er. Er war einer der Besucher aus Iserlohn, die dort im Großarltal den 60. Geburtstag einer Bekannten feiern wollten und in ihrem Hotel vom Unwetter überrascht wurden. Es folgten Szenen, die die Gäste sonst nur aus Katastrophenfilmen kannten. „Eine Mure brach bereits Freitag runter ins Tal“, erzählt Henning Keil.
Die Straße im Großarltal bei St. Johann wurde daraufhin gesperrt und die Feuerwehr arbeitete unermüdlich, um die Schlammmasse abzutransportieren. Darauf folgte eine relativ ruhige Nacht. Einzig der Stark­regen brachte die Iserlohner zum Grübeln. „Der Samstag begann dann zunächst sehr schön, wir waren sogar noch wandern“, berichtet der passio­nierte Wanderer. Dann sei jedoch eine neue riesige Gewitterfront herangezogen.
Doch damit nicht genug: Eine zweite Mure schoss ins Tal und riss diesmal deutlich mehr mit. Autos wurden weggeschwemmt. „Das war schon etwas beängstigend“, gesteht der Zahnmediziner. „Akute Gefahr hat aber glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt bestanden. Wir waren nicht in Lebens­gefahr“, erklärt er. 14 Tage sollte der Urlaub dauern, am Ende wurden es zwei Tage mehr. Besonders der Einsatz der Feuerwehr sei wirklich beeindruckend gewesen. „Die haben wirklich Tag und Nacht gearbeitet.“ Das Tal für Wanderer war innerhalb der letzten 50 Jahre von derartigen Naturgewalten verschont geblieben.
Trotz der Erlebnisse steht für Henning Keil fest: Er will auch im nächsten Jahr wieder ins Großarltal reisen. „Der Urlaub ist schon so gut wie gebucht“, lacht er. „Und nun sollte ja für die nächsten 50 Jahre erst einmal Ruhe sein.“



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