Andrea Schneider
20. März 2017 | Titelseite

Südwestfalen feiert Regionale

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Südwestfalen hat – neben Ostwestfalen-Lippe und dem Bergischen Rheinland – den Zuschlag für eine weitere Regionale erhalten. Ob es die Regionale 2022 oder die im Jahr 2025 sein wird, ist noch nicht ganz sicher. (Foto Christian Janusch / Südwestfalen Agentur)

Südwestfalen hat – neben Ostwestfalen-Lippe und dem Bergischen Rheinland – den Zuschlag für eine weitere Regionale erhalten. Ob es die Regionale 2022 oder die im Jahr 2025 sein wird, ist noch nicht ganz sicher. (Foto Christian Janusch / Südwestfalen Agentur)

Iserlohn. (Red./as) In Iserlohn, Hemer, Winterberg, Lennestadt, Siegen und Soest herrscht Jubelstimmung. Südwestfalen hat den Zuschlag zur Regionale erhalten und darf nach 2013 ein weiteres Mal vom umfangreichen Strukturförderprogramm profitieren. Das teilte das nordrhein-westfälische Landeskabinett am Dienstag, 14. März, mit. Südwestfalen hat wieder einmal mit einem Konzept gepunktet, das die gesellschaftlichen Herausforderungen einer eher ländlich geprägten Region am Rande der vermeintlich attraktiveren Großstädte im Ruhrgebiet und im Rheinland ernst nimmt. Die Verantwortlichen zwischen Iserlohn und Siegen möchten verhindern, dass insbesondere junge Menschen die Region verlassen und setzen hierfür ganz auf die Digitalisierung. Beispielsweise sollen mit digitalen Plattformen die Mobilität der Menschen vor Ort erhöht oder die gesundheitliche Versorgung verbessert werden.

Südwestfalen wird gefördert mit einem mindestens zweistelligen Millionenbetrag. Fest steht nur noch nicht, ob die Region Südwestfalen mit dem Märkischen Kreis teilhaben wird an der Regionale 2022 oder 2025.
Während in Südwestfalen die Sektkorken knallen, wird in der Nachbarschaft getrauert. Die Städte Schwerte und Hagen hatten sich mit Fröndenberg und dem EN-Kreis zusammengetan und sich um die Regionale beworden. Am Dienstag kam die Absage vom Landeskabinett. „Für die besonderen Problemlagen entlang der B7 sind zukunftsweisende Lösungen zu finden, beispielsweise durch städtebauliche und Naturschutz-Maßnahmen. Die Landesregierung wird prüfen, wie sie diesen Prozess unterstützen kann“, heißt es.
Aufatmen bei Olpes Landrat Frank Beckehoff, der in diesem Jahr als Aufsichtsratsvorsitzender der federführenden Südwestfalen-Agentur fungiert: „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung und das damit verbundene Vertrauen der Landesregierung in unser Konzept. Danke allen, die so intensiv an der Bewerbung mitgearbeitet und sie zum Erfolg geführt haben.“
Potenziale der Digitalisierung
„Unser Konzept mit einer nachhaltig und strategisch angelegten Regionale und dem Schwerpunkt auf dem Thema Digitalisierung ist perfekt aufgegangen“, ergänzt Frank Beckehoff. Das sieht auch Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen-Agentur so: „Wir haben gut durchdachte Initialprojekte im Rahmen einer klugen Strategie erarbeitet. Zudem konnten wir die Jury überzeugen, dass die Region auch nach dieser relativ kurzen Zeit erneut ein Strukturförderprogramm benötigt, um drängende gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu lösen. Wir haben gemeinsam überlegt, formuliert und zusammengestanden – das hat überzeugt.“
Dass das Landeskabinett von der Bewerbung überzeugt war, steht außer Frage: „Nach intensiver Diskussion hat das Kabinett den Eindruck gewonnen, dass die Region mit der Zuspitzung auf die Potenziale der Digitalisierung in allen Lebensbereichen des ländlichen Raums erfolgreich auf dem während der Regionale 2013 Erreichten aufbauen wird“, sagt NRW-Bauminister Michael Groschek.
Von „Digital Natives“ eine Menge lernen
Digital – nachhaltig – authentisch. Mit dieser sogenannten Südwestfalen-DNA war Südwestfalen gegen sechs weitere Bewerber-Regionen ins Rennen gegangen – einen Zuschlag für eine weitere Regionale erhielten außerdem Ostwestfalen-Lippe und das „Bergische Rheinland“. Mit Isabel Sabisch aus Olpe und Henrik Schmoll-Kulte aus Neuenrade waren zwei waschechte junge Südwestfalen die Protagonisten der Bewerbung. „Die Instrumente der Digitalisierung bieten wirklich eine große Chance für die ländlichen Räume, aus der Wahrnehmung als räumliche Restkategorie herauszukommen und als Innovationsraum erkannt zu werden. Aber wir müssen sie klug und durchdacht einsetzten. Gerade auch, wenn wir die jungen Leute in Südwestfalen mitnehmen möchten, denn sie sind die ‚Digital Natives‘, von Ihnen können wir eine Menge lernen“, sagt Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen-Agentur.
Wie geht es jetzt weiter? In enger Abstimmung mit dem NRW-Städtebauministerium und ihren Gremien wird die Südwestfalen-Agentur in Olpe einen Umsetzungsfahrplan erarbeiten, der die Rahmenbedingungen personellen und strukturellen Voraussetzungen für die Regionale beschreibt.
Ein Stern für die Projektidee
Fest steht, dass Südwestfalen wieder den „Weg der Sterne“ gehen möchte. Der Südwestfalen-Kompass „Auf dem Weg 2030“ definiert die Themen, Rahmenbedingungen und „Spielregeln“ für den Qualifizierungsprozess. Die offizielle Aufnahme einer Projektidee in die Regionale erfolgt durch die Auszeichnung mit einem ersten Stern. Ein zweiter dokumentiert die Schlüssigkeit der Konzeption und ihre finanzielle Realisierungsperspektive. Bei der Entscheidung zum dritten Stern sind alle inhaltlichen wie finanziellen Fragen geklärt. „Wir werden die Prozesse mit der nötigen Sorgfalt, aber ebenso geradlinig und konsequent erarbeiten, prüfen und realisieren“, sagt Frank Beckehoff. Denn gerade wegen der Schnelligkeit der Entwicklungen bei digitalen Instrumenten und Möglichkeiten müsse Südwestfalen die Regionale mehr denn je als „lernendes Verfahren“ begreifen.


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