Andrea Schneider
19. März 2017 | Titelseite

Die Barock-Kanzel in St. Viktor wird restauriert

Bilder
Restauratorin Sarah Grimberg geht einem Evangelisten ans Kleid. Die Kanzel in der Kirche St. Viktor aus dem Jahr 1666 wird zurzeit gereinigt. (Foto: A. Schneider)

Restauratorin Sarah Grimberg geht einem Evangelisten ans Kleid. Die Kanzel in der Kirche St. Viktor aus dem Jahr 1666 wird zurzeit gereinigt. (Foto: A. Schneider)

Schwerte. (as) 2017 – in den evangelischen Kirchen Deutschlands dreht sich alles rund um das Jubiläum „500 Jahre Reformation“. Alles? Nicht ganz. In der Kirche St. Viktor verliert man auch andere wichtige Projekte nicht aus den Augen. In einem davon geht‘s zurzeit ausgerechnet Martin Luther an die Wäsche. Pardon: natürlich ans Gewand. Der Reformator ist eine der Schnitzfiguren, die den besonderen Reiz der Kanzel aus dem Jahr 1666 ausmachen. Das Kunstwerk im bäuerlichen barocken Stil wird in diesem Monat von Diplom-Restauratorin Diana Vogel und Restauratorin Sarah Grimberg gereinigt. Mit Holzstäbchen und Wattebäuschchen rücken sie Martin Luther, den Evangelisten, aber auch allen anderen Farbaufträgen auf der Kanzel zu Leibe. Anschließend werden die kleinen Beschädigungen, die sich im Laufe der Jahrhunderte gebildet haben, sanft wieder behoben.
Kirchmeister Ulrich Halbach verfolgt die Arbeiten mit äußerster Sorgfalt. „Die Restaurierung ist nur möglich geworden, weil wir als Kirche eine Erbschaft gemacht haben“, sagt Ulrich Halbach. „Das Geld aus dieser Erbschaft sollen wir zweckgebunden für die Restauration der Kanzel verwenden.“
Während an der Kanzel gearbeitet wird, erinnert Ulrich Halbach an alte Geschichten: Gegründet wurde die St.-Viktor-Kirche weit vor den Lebzeiten Luthers. Nach der Reformation aber wurde St. Viktor eine lutherische Kirche. Daher ist die Luther-Figur auch an der Pforte angebracht. An Luther muss vorbei, wer nach oben will.
Bis Ostern, so sieht es der Zeitplan der Kirche, aber auch des Restaurierungs­ateliers Kerkhoff und Vogel vor, soll die alte Kanzel wieder im neuen Glanz erstrahlen.
Schnitzaltar soll wieder strahlen
Doch weitere Projekte beschäftigen die Verantwortlichen der evangelischen Kirche Schwerte. Denn das nächste Projekt kündigt sich bereits an. Nach einer mehrtägigen Untersuchung durch das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe stand fest: Der goldene Antwerpener Schnitzaltar aus dem Jahr 1523 muss dringend restauriert werden. Denn von Gold kann hier langsam nicht mehr die Rede sein. Durch Staub- und Rußablagerungen haben sich über die Jahrhunderte fest sitzende Verkrustungen gebildet.
Pestkreuz muss bearbeitet werden
Die Arbeiten werden auf eine Größenordnung von gut 100.000 Euro geschätzt. 20.000 Euro steuert die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz dazu. Darüber hinaus aber freut sich die Kirchengemeinde über jede Spende, mit der Bürgerinnen und Bürger den Erhalt des goldenen Antwerpener Schnitzaltars unterstützen.
Noch eine weitere Aufgabe wartet auf die evangelische Kirche in Schwerte: Auch das Pestkreuz aus dem Jahr 1350 muss restauriert werden. Später. Nach dem Altar.
Zurzeit aber ist die Kanzel im Mittelpunkt des Geschehens. Einige Tage ist es her, als Restauratorin Diana Vogel die Hälfte der Lutherfigur vom Schmutz der Jahrhunderte befreit hatte.
Rechts strahlten die Farben, links waren sie noch unter Ruß und Dreck versteckt. Ulrich Halbach musste beim Anblick schmunzeln: „Ja, ja, so ist er, unser janusgesichtiger Martin Luther.“ Ein Mann mit Licht und Schatten. Ein Mann, der so viel Gutes für die Kirche bewirkt hat.


Weitere Nachrichten aus Schwerte
Sie planen die Flüchtlingsfilme für Neuschwerter: Vertreter vom Arbeitskreis Asyl, der Stadt, des KuWeBe und der Ruhrakademie – (vorne v.l.) Lore Kinkel, Beate Brouwer (beide Arbeitskreis Asyl), Hakan Namlisoy (Stadt Schwerte), Jan Suberg (KuWeBe), Hans-Bernd Marks (Arbeitskreis Asyl) und Filmstudenten der Ruhrakademie drehen wieder; für die Schwerter Flüchtlinge und alle ehrenamtlichen Helfer, Paten und Kümmerer. (Foto: KuWeBe)

Amüsantes und Wichtiges über das Ankommen in Schwerte

24.05.2017
Schwerte. Ein neues Semes­ter hat an der Ruhrakademie Schwerte begonnen. „Warum nicht an alte Erfolge anknüpfen und bestehende Kooperationen ausbauen?“, dachte sich Daniel Pauls, Dozent für technische und szenische Kamera, als er vom...
Der Bahnsteig an den Gleisen drei und vier ist fast verschwunden. Nur ein kleines Zipfelchen am Gleis 4 (r.) ist noch erhalten geblieben. Hier halten tatsächlich Züge. Hier steigen Menschen ein und aus. Das Dach über dem Bahnsteig ist auch verschwunden. Nur noch ein alter Stützpfeiler ist erhalten geblieben. (Foto: as)

Abfahrt von einer Baustelle am Schwerter Bahnof

23.05.2017
Schwerte. (as) Am 24. Oktober 2016 hatte Michael Groschek die Schippe in die Hand genommen. Der NRW-Verkehrsminister hatte den ersten Spatenstich zum Umbau des Schwerter Bahnhofs unternommen. Das war der erste Spatenstich in die...
Der neue Vorstand des DRK-Ortsvereins Schwerte freut sich über Menschen, die ehrenamtlich im Roten Kreuz mitarbeiten möchten: (v.l.) Jürgen Ast, Kirsten Jung vom DRK-Kreisverband Unna, Duygu Temel, Oliver Herrmann, Anika Knutti, Gerd Stroeter, Carolin Alius, Dr. Marc Niemtschke, Ute Narat, Martin Kolöchter, Gina Möllenhoff und DRK-Vorsitzender Heinrich Böckelühr. (Foto: DRK Schwerte)

DRK-Ortsverein Schwerte setzt auf Kontinuität

22.05.2017
Schwerte. Auf die bewährte Führungsmannschaft im Vorstand des DRK-Ortsvereins Schwerte setzen die Mitglieder, die sich kürzlich im Dr.-Werner-Voll-Haus an der Lohbachstraße getroffen haben. Die Vorstandsämter wurden einstimmig mit den...
Einen Preis für Gemeinsinn nahmen Mira Aurich, und Arana Sathananthan vom Rotary-Club Schwerte/Ruhr entgegen. Das Foto zeigt (v.l.) Dr. Uwe Trespenberg, Präsident des Rotary-Clubs, Mira Aurich, Arana Sathananthan, Michael Grüll und Jürgen Ebberg von der Jury für den Jugendpreis Gemeinsinn. Sophia Brockhage, die ebenfalls geehrt wurde, fehlt auf dem Foto. (Foto: privat)

Schwerter Rotarier verleihen Preis für Miteinander

21.05.2017
Schwerte. Bereits zum 15. Mal hat der Rotary-Club Schwerte/Ruhr den mit 300 Euro dotierten „Jugendpreis Gemeinsinn“ verliehen. Freuen konnten sich die Schülerinnen Mira Aurich, Sophia Brockhage und Arana Sathananthan. Sie wurden...
Wie wollen wir im Alter leben? Vielleicht so? In dem Film „Alleine war gestern“ gründen fünf Freunde eine Alten-WG. Der Film wird am Montag, 22. Mai, im St.-Viktor-Kino gezeigt. Mit von der Partie ist Schriftstellerin und Drehbuchautorin Beatrice Meier. (Foto: ARD Degeto/Martin Menke)

Kino in Schwerte: In einer Senioren-WG kann allerhand passieren

20.05.2017
Schwerte. (as) Er ist ein Filmfan mit Leib und Seele. „Ein Cineast“, wie er selbst mit einem leichten Schmunzeln in der Stimme sagt. Deshalb hat Tom Damm, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Schwerte, das...