Andrea Schneider
15. März 2017 | Total Lokal

„Vom Rechtshänder zum Linkshänder“ - Aquarelle in Villigst

Bilder
Die Aquarelle verzaubern und können Trost spenden: Die Arbeiten von Bernhard von Busse sind zurzeit im ev. Gemeindehaus in Villigst zu sehen. (Gemälde: Bernhard von Busse)

Die Aquarelle verzaubern und können Trost spenden: Die Arbeiten von Bernhard von Busse sind zurzeit im ev. Gemeindehaus in Villigst zu sehen. (Gemälde: Bernhard von Busse)

Villigst. Eine ganz besondere Ausstellung präsentiert der Förderverein für das ev. Gemeindehaus Villigst noch bis Mitte Juli in den Räumen an der Villigster Straße 43. Gezeigt werden Aquarelle von Bernhard von Busse. „Vom Rechtshänder zum Linkshänder“ ist die Ausstellung überschrieben. Nach einem Schlaganfall begann der Architekt zu malen, aber nicht mit seiner nun gelähmten, rechten Hand, sondern mit links. Der Künstler starb im Jahr 2010.

Bernhard von Busse wurde 1932 in Oppeln, Oberschlesien, geboren. Später floh er mit seiner Familie in den Westen. Nach seiner Ausbildung zum Gärtnergehilfen und dem Abendschulabitur in Erfurt studiert er Architektur in Dresden und München. Bis zu seinem Schlaganfall 1998 arbeitet Bernhard von Busse als freier Architekt. Zu seinen herausragenden Bauwerken gehören die Stadthallen in Neu-Ulm und in Aschaffenburg sowie der große Saal der Redoute in Passau.UmstellungDer schwere Schlaganfall mit rechtsseitiger Lähmung stellte eine Zäsur in seinem Leben dar. Er musste den Architektenberuf aufgeben, versank aber nicht in Verzweiflung, sondern stellte sich vom Rechtshänder auf die linke Hand um und arbeitete als Aquarellist weiter.Bernhard von Busse malte eine Menge sehr eindrucksvoller Aquarelle mit landschaftlichen Motiven und Häuserensemblen, die er sorgfältig auswählte und fast akribisch vorbereitete. Es hat meistens eine Weile gedauert, bis er die geeignete Position zum Malen gefunden hatte. Dann saß er mitten in einer reizvollen Landschaft zum Beispiel auf den Kanaren oder in Böhmen an einem Tischchen, das ihm ein Freund angefertigt hatte und das im Flieger zum Handgepäck gehörte, und skizzierte das, was er sah.


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